• Blog HUBERTUS Alpin Lodge & Spa

    Kaum Hotel. Eher Zuhause.

21.06.2017, Ursula Maier

Voll und ganz sind wir begeistert von der Konzeption mit großem Erholungswert. Die Athmosphäre des familiengeführten Betriebs ist einmalig. Obwohl nur 3 Übernachtungen gebucht waren, haben wir in 4 ausgefüllte Tagen jede Stunde genossen bis zur Abreise. mehr erfahren

21.06.2017, Birgit Fritz-Egger

Ein wunderbares Haus mit herzlichen Gastgebern und einem tollen Team. Die Kulinarik stimmt ebenso wie das 'alpenchice' Ambiente mit vielen gemütlichen Ecken zum Verweilen. Lokale Produkte werden ganz bewusst gefördert und es gibt vielerlei Möglichkeiten, Gastgeber + Team näher kennenzulernen. Das Hubertus ist für mich eine unbedingte Empfehlung und ich war bestimmt nicht das letzte Mal da :-). mehr erfahren

21.06.2017, Ulrike Bär

Die Ernährungsberatung mit Gabriel war die beste Investition, die ich in 2017 gemacht habe. Auch schon wenige Tage nach meinem Aufenthalt bin ich immer noch begeistert und freue mich die hilfreichen Tipps umzusetzen. Danke für mehr Gesundheit und Wohlbefinden. mehr erfahren

Ein gelber Engel im Hubertus – Eine Lesung mit der KFZ-Meisterin Susa Bobke am 10.12.2010!

Mittwoch - 1. Dezember 2010 - Doris Iding - 0 Kommentar(e)

Verfasst von
Doris Iding


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Die Münchnerin Susa Bobke arbeitet seit 17 Jahren als Pannenhelferin beim ADAC. Im Frühjahr hat sie ein Buch über ihr Leben als „Gelber Engel“ geschrieben. Darin räumt mit einigen Missverständnissen und erzählt uns am 10.12. 2010 persönlich mehr davon! Hier ein kleiner Vorgeschmack von der Frau, die derzeit von Talkshow zu Talkshow reist und über die zahlreiche Artikel geschrieben werden, wie z.B. der Folgende: Wie war das noch mit den Frauen, die „schlecht einparken“? Susa Bobke, Pannenhelferin des ADAC, winkt ab. Schon klar: Wäre sie Sportreporterin, würde man sie nach „Schalke 05“ fragen: „Es heißt aber Schalke 04.“ Und das mit dem Einparken ist auch ein alter Hut. Neu dagegen sind: „Männer im großen Schwarzen“. Vertreter des so genannten starken Geschlechts, die im Anzug, auf dem Weg zum Geschäftstermin, mit Reifenschaden liegen bleiben und erstmal alle Viere von sich strecken.

Früher, sagt Bobke, war das so: Der Mann macht sich schmutzig, die Frau sitzt im Wagen und feilt die Nägel. „Heute mache ich mich schmutzig, während der Mann mit spitzen Fingern in sein Laptop hackt.“ Früher war der Overall im Kofferraum gang und gäbe. Man war auf die Panne vorbereitet: „Das ist aus der Mode gekommen.“ Dafür hat sich Image der Männer verändert: „Mann muss nicht mehr alles selbst können. Mann hat jetzt eine Freundin, die alles selber kann oder das Geld hat, um lästige Aufgaben zu delegieren.“

Es ist ein lustiges Buch, das da gerade eben, Mitte Juli, im Münchner Knaur Verlag erschienen ist. Das Cover sieht ein bisschen danach aus, als wolle der ADAC, rechtzeitig zur Urlaubszeit, noch einmal kräftig für sich werben. Aber schon der Titel („Männer sind anders. Autos auch“, Knaur Taschenbuch Verlag, 255 Seiten, 8,95 Euro) deutet an, dass es um Grundsätzlicheres geht. Ein Männerbuch? Ein Frauenbuch? So genau kann man das nicht sagen. Und das liegt auch an Susa Bobke, die nicht einseitig Partei ergreift.

Sie hat sich früh emanzipiert: „Männer können mich meinetwegen bewundern, mein Kühlsystem brauchen sie nicht aufzupumpen“, sagt die Münchnerin, die heute im Allgäu lebt. Mit Anfang 20 hat sie ihr Germanistikstudium aufgegeben und sich stattdessen zur Kfz-Mechanikerin ausbilden lassen. Ein guter Deal aus ihrer Sicht, das merkte sie in der Werkstatt, gleich am ersten Tag: „Der Geruch von Öl, Benzin, scharfem Reinigungsmittel und Zigarettenqualm mischte sich zu einem Parfüm, in dem ich mich sofort wohlfühlte. Das war lebendiger und spannender als die Hörsäle und Bibliotheken an der Uni mit den geschlossenen Fenstern, dem Geruch von versagendem Deo und zu wenig Bewegung.“

Sie habe sich den Job damals regelrecht „unter die Schmutzfinger gerissen“, erinnert sich Susa. Das ist nicht nur ein flotter Spruch. Es entspricht nach 17 Jahren als Gelber Engel und geschätzten 20 000 Pannenfällen noch immer der Wirklichkeit. Frauen haben deshalb oft Mitleid mit ihr: „Eine sehr feine Haut haben Sie“, sagte neulich Frau M. Susa war gerade dabei, die Batterie ihres blauen Peugeot-Cabrios wieder aufzuladen, als Frau M. sie unter „friendly fire“ nahm: „Allerdings sollten Sie die mal reinigen lassen. Porentief. All der Dreck, Sie arbeiten doch ständig auf der Straße. Und Ihre Hände. Da kann man schon einiges tun für die Risse.“

Nun ja, sagt Susa Bobke: „Der Püppchentyp bin ich wohl nicht.“ Aber auch „Emma“-Leserinnen, die Frauen in Hosenrollen grundsätzlich bewundern, sind der groß gewachsenen, muskulösen 45-Jährigen aus Erfahrung suspekt. In „Girlsday“, einem Kapitel ihres Buchs, kommt es bei Ravensburg, auf dem Seitenstreifen, zum Showdown mit einer selbstbewussten Frau Mitte 40.

„Natürlich weiß Frau F., wie die Motorhaube ihres Renault Kangoo zu öffnen ist“, schreibt Bobke. Aber wie aus der Pistole geschossen prasseln dafür auch die Stereotypen auf sie: „Es ist ja so unendlich wichtig für Mädchen, weibliche Vorbilder auch in männertypischen Berufen kennenzulernen“, sagt F., „leider ist die Entwicklung rückläufig. Die meisten Mädchen streben wieder die typischen Frauenberufe an.“ Frau F. findet Susa großartig. Einerseits. Andererseits scheinen auch die Zeiten, in denen Männer noch Männer waren, so schlecht nicht gewesen zu sein.

F. jedenfalls beklagt im selben Atemzug, in dem sie ihre Girls-Alliance schmiedet, dass die Männer in ihrem Lehrerkollegium fast nur noch über Computer und Fahrräder reden: „Über Autos wird so gut wie gar nicht gesprochen. Höchstens noch aus wirtschaftlichen Gründen, wenn es um die Abwrackprämie geht.“ Und dann der Satz: „Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, waren Autos immer ein Männerthema!“ Hört man da ein leises Bedauern?

Es ist, man ahnt es, ein Drama mit Männern und Frauen. Susa Bobke sieht das Ganze mittlerweile entspannt. Den meisten Spaß hat sie ausgerechnet mit türkischen Autofahrern, die für ihre Autos bekanntlich alles tun und noch den biedersten Mercedes mit allerlei Schnickschnack zum Männer-Spielzeug stylen. „Pannen mit Türken machen oft gute Laune“, sagt Bobke. Zum Beispiel neulich, in München. „Auto nix springt – habe Auto geschoben, aber Auto nix springt – habe geholt meine Frau und geschoben, aber Auto immer noch nix springt“, klagte ein Türke. Ein anderer kam dazu und feixte: „Dein Auto gut – deine Frau nix gut!“ Darauf der erste: „Macht nix! Habe Adack gerufen – hat Adack sofort neue Frau geschickt!“

Adack, zu Deutsch: der ADAC, funktioniert natürlich nicht anders als jede andere männerdominierte Branche. Unter den 1700 fest angestellten Pannenhelfern, die zurzeit auf den Straßen in Deutschland unterwegs sind, sind gerade mal fünf Frauen. Und die Begeisterung oder auch: das Vertrauen, das man diesen Gelben Engeln entgegenbringt, ist nicht gottgegeben. Susa Bobke muss es sich jeden Tag neu erkämpfen – dass ihr jemand gleich den Roten Teppich ausrollt wie Frau F. kommt selten vor.

Im Windschatten des vorbeirauschenden Verkehrs ergeben sich stattdessen drehbuchreife Dialoge. Das „Vorspiel“, wie Bobke es nennt, ist eine Gratwanderung, an der – tragischerweise – vor allem Männer scheitern. Die einen riskieren beim Anblick des Gelben Engels schon mal die dicke Lippe: „Können Sie das überhaupt“, ist einer jener verunglückten ersten Sätze, wie sie gerne fallen. Es geht aber auch noch schlimmer: „Sind Sie ein Mann oder eine Frau?“ „Was sagt Ihr Freund dazu?“ Oder: „Haben Sie denn keine Angst?“

Wenn der Motor stottert, läuft bei Männern oft auch sonst nichts mehr. Aber Susa ist um Antworten nicht verlegen: „Sollte ich denn Angst haben? Vor Ihnen?“ Lieber als der Macho-Mann, der im Fall einer Panne gern darauf verweist, dass es „das Auto meiner Frau“ ist, das da streikt und das er einfach nicht gut genug kennt, sind Susa Bobke im Zweifel die ganz Ahnungslosen. Für diese Männer, die gleich zugeben, dass sie nicht wissen, was eine Zündspüle oder ein Ausrücklager ist und ob nun eine Ratsche oder eine Torx-Nuss in den Service-Kit gehört, gibt es in ihrem Buch ein umfängliches Glossar.

Das ist nett. Hilfreich. Man möchte „Danke“ sagen. Und: „Auf Wiedersehen.“ Aber dann fällt einem ein, dass man eigentlich nicht wirklich Wert darauf legt, die toughe Susa so schnell wiederzusehen. „Wissen Sie“, sagt sie: „Machen Sie sich keinen Kopf. Das ist kein Problem für mich. Die meisten Leute sagen: Auf Nimmerwiedersehen! Eine Autopanne wünscht sich keiner. Also tschüss! Ich bin dann wieder weg …

 (Artikel aus welt.de vom 01.08.2010)


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