• Blog HUBERTUS Alpin Lodge & Spa

    Kaum Hotel. Eher Zuhause.

21.06.2017, Ursula Maier

Voll und ganz sind wir begeistert von der Konzeption mit großem Erholungswert. Die Athmosphäre des familiengeführten Betriebs ist einmalig. Obwohl nur 3 Übernachtungen gebucht waren, haben wir in 4 ausgefüllte Tagen jede Stunde genossen bis zur Abreise. mehr erfahren

21.06.2017, Birgit Fritz-Egger

Ein wunderbares Haus mit herzlichen Gastgebern und einem tollen Team. Die Kulinarik stimmt ebenso wie das 'alpenchice' Ambiente mit vielen gemütlichen Ecken zum Verweilen. Lokale Produkte werden ganz bewusst gefördert und es gibt vielerlei Möglichkeiten, Gastgeber + Team näher kennenzulernen. Das Hubertus ist für mich eine unbedingte Empfehlung und ich war bestimmt nicht das letzte Mal da :-). mehr erfahren

21.06.2017, Ulrike Bär

Die Ernährungsberatung mit Gabriel war die beste Investition, die ich in 2017 gemacht habe. Auch schon wenige Tage nach meinem Aufenthalt bin ich immer noch begeistert und freue mich die hilfreichen Tipps umzusetzen. Danke für mehr Gesundheit und Wohlbefinden. mehr erfahren

Braucht’s des…? oder habe mein Fett abbekommen?

Montag - 1. Februar 2016 - Karl Traubel - 3 Kommentar(e)

Verfasst von
Karl Traubel


Seit langen wird in unserem und in unserem Nachbartal vehement darüber geredet, geschrieben, diskutiert über eine geplante Liftverbindung zwischen dem Balderschwanger Tal und Grasgehren. Mehrere Publikumswirksame Veranstaltungen wurden geführt, zuletzt in Bayrischen Fernsehen unter Bürgerforum live –  Gipfelstreit im Allgäu – Skizirkus gegen Naturidylle“
Beachtenswert war, wie gut die Beiträge der einzelnen Interessensgruppen dargestellt und verständlich kommuniziert wurden.

In diversen persönlichen Gesprächen und auch öffentlich habe ich meine Ablehnung gegenüber diesem Projekt kundgetan. Nur dies gefiel nicht jedem und erst recht nicht, wenn ein Dorf oder Region anscheinend komplett zu solch einer Erschließung steht. Das normalerweise Grüssen verkümmerte zu einem leichten Nicken oder wurde gänzlich ignoriert. Gut, dachte ich mir, damit kann ich leben.

Jedoch zurückkommend auf das ursprüngliche Thema, beschäftigt mich diese Frage. „Brauchen wir wirklich diese Verbindung?“ In zig Gesprächen mit unseren Gästen war kein einziger Hinweis, wenn diese Verbindung nicht kommt, kommen wir nicht mehr. Vielmehr waren oder sind die Aussagen: „Wir fänden es schade wenn dann noch mehr los ist in diesem ‚Tal.“ oder „Wenn wir in ein tolles alpines Skigebiet wollen, fahren wir nicht nach Balderschwang.“  „Gerade, wegen der Ruhe fahren wir nach Balderschwang…“  Ist das nicht wegweisend für einen Ort, für die touristische Entwicklung? Wieviele Top-Skigebiet gibt es in dem Alpenbogen? Hunderte? Ich weis es nicht! Jedoch wie stark sehnen wir uns nach Orte der Ruhe, des Rückzugs, der Einfachheit? Hier gibt es sie noch, ein Platz wo die Internetverbindung langsam ist, dort wo die Kirche noch im Dorf ist und wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht sagen!“

Meine Begründung was mir an diesem Tal so gefällt,
und was es für mich einzigartig macht:

Mir gefällt unser Tal,
seine Unvollkommenheit, ein Ort wo es keine Shopping-Passagen gibt,
lediglich ein Sportgeschäft, einen Dorfladen
und im Sommer sechs Sennalpen wo der würzige Bergkäse hergestellt wird.

Mir gefällt unser Tal,
denn dort kann ich noch stundenlang wandern und laufen
ohne eine Menschenseele zu treffen.

Mir gefällt an unser Tal,
weil dort der Wilde Westen beginnt.
Dort hinter dem Riedbergpass am Übergang in den Bregenzer Wald,
wo der Allgäuer Dialekt mit dem Wäldar-Dialekt korrespondiert.

Mir gefällt an unser Tal,
weil hier die Kirche noch im Dorf ist,
wir mit 300 Seelen eigenständig sind,
die kleinste und höchstgelegene Gemeinde der Bundesrepublik sind,
noch einen Bürgermeister und einen 8-köpfigen Gemeinderat haben.

Mir gefällt an unserem Tal,
daß wir ein Schneeloch sind und zu den niederschlagsreichsten,
schneereichsten UND sonnigsten Ortschaften in den Alpen gehören.

Mir gefällt an unser Tal,
daß wir noch einen Pfarrer haben
und der zugleich auch Programmdirektor von Radio Horeb ist.

Mir gefällt an unser Tal,
da es nur hier noch den einzigartigen Apollofalter gibt.

Mir gefälllt an unserem Tal,
daß es bei uns den ältesten Baum Deutschlands gibt,
die alte 2000-jährige Eibe, ein Kraftplatz.

Mir gefällt an unserem Tal,
daß ich hier leben, arbeiten und wirken kann.

Mir gefällt an unserem Tal,
noch viel mehr.

Karl Traubel

Dank an meinen Kollegen und Freund Georg (Schorsch) Kleber
welcher mir heute seine Weisheiten in Buchform schenkte.
Ein Spruch:
Wer die Höhen des Lebens erleben will,
muss erst die Tiefen durchstehen.

Landschaft_13_SW


3 Antworten zu “Braucht’s des…? oder habe mein Fett abbekommen?”

  1. Lieber Herr Trauben,

    Die Region Balderschwang ist noch ein einzigartiges Naturjuwel und hat ein großes Potential für Naturtourismus. Auf meinen vielen Reisen durch deutsche Biosphärenreservat und Nationalparke konnte ich sehen, wie groß das Interesse vieler Urlauber an Naturgebieten ist. Besonders groß ist das Interesse bei Familien. Sie machen Naturführungen mit und nutzen die wertvollste des Jahres, um Ruhe und Zeit füreinander zu haben. Ich spüre da einen starken Trend zu mehr Nachhaltigkeit und Naturnähe. Im Umfeld dieser Naturparke findet eine sehr achtsame und behutsame touristische Entwicklung statt aber so dass die Natur nicht darunter leidet. Es müssen nicht immer Liftanlagen gebaut werden, um neue Gäste anzulocken. Eine neue touristische Zukunft zu entwicklen ist doch eine Interessante Herausforderung für alle. Das bietet ungeahnte Chancen für einen ausgewogenen, ganzjährigen Tourismus.

    Herzlicher Gruß Andreas

    • Lieber Andreas Riediller,
      Sie sprechen mir mit Ihrem Kommentar aus dem Herzen. In einer Welt die sich immer schneller dreht, sucht der Mensch Rückzugsorte, Plätze zum innehalten. Es findet schon seit längerem ein Trend statt, den es wahrscheinlich immer schon gab, zurück zur Natur, zu Ursprünglichkeit, raus aus dem Hamsterrad. Junge Familien, Paare, Senioren und Großfamilien lieben solche Rückzugsorte. Diese Orte gilt es für die Nachwelt zu erhalten.
      Herzliche Grüsse aus Balderschwang Karl Traubel

  2. Grüß Gott Herr Traubel,

    wir hatten heute einen schönen Tag in Ihrem tollen Haus, daher habe ich diese Seite nochmals besucht und gestöbert.

    Was ich hier lese erfreut mein Herz als Allgäuer!

    Wir vermieten Ferienwohnungen an unsere Gäste und somit teilen wir das Gewerbe, wenn auch in einem anderen Sektor. Gleichzeitig bin ich Skifahrer und Tourengänger. In meinen Freundeskreis sind natürlich auch überwiegend Sportler und so wird das Projekt am Riedbergerhorn immer mal wieder diskutiert.

    Als Vermieter kann ich die Stimmen aus Obermaiselstein verstehen, die die Liftverbindung befürworten und irgendwie hatte ich dabei auch immer Ihr Hotel Hubertus vor meinem geistigen Auge. Ich habe großen Respekt vor Ihrer unternehmerischen Leistung. Als Naturliebhaber habe ich aber eine andere Meinung und so habe ich in kontroversen Gesprächen, den Standpunkt vertreten, dass ich persönlich gegen das Projekt bin, andererseits auch die Vermieter verstehe und mich daher also neutral verhalten möchte.

    Aus touristischer Sicht könnte man so argumentieren, dass dort wo bereits Skigebiete sind, durchaus noch investiert und gebaut werden könnte, aber eben nicht neue Gebiete erschlossen werden sollten, um unsere Natur zur erhalten.

    Das gilt allerdings nur dann, wenn solche Investitionen ausschließlich ohne öffentliche Zuschüsse finanziert werden, was vermutlich in Grasgehren aber nicht der Fall wäre. Öffentliche Gelder für Liftprojekte gehen aus meiner Sicht gar nicht!!

    Aber jetzt darf ich ja hier lesen, dass Sie die Sache durchaus auch kritisch sehen. Das freut mich persönlich sehr, denn damit kann ich jetzt in Diskussionen einen deutlich klareren Standpunkt vertreten.

    Ich gratulieren zu Ihrer Weitsicht und wünsche Ihnen für Ihr tolles Hotel eine weiterhin gute Entwicklung als touristisches Leuchtturmprojekt in unserem schönen Allgäu.

    Herzliche Grüße aus Immenstadt

    Eugen Sinz

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.