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Yin, Yang und Yoga! Die Yogalehrerin Christine Ranzinger im Interview

Donnerstag - 17. Mai 2018 - Doris Iding - 0 Kommentar(e)

Verfasst von
Doris Iding


Lust auf sanftes Yoga?! Die Yogalehrerin Christine Ranzinger ist nächste Woche bei uns im Haus. Für alle, die sie noch nicht kennen, beantwortet sie auf unserem Blog ein paar Fragen zu Yoga, Yin und Yang.

Bitte beschreibe dich selbst in 3 Sätzen.

Das ist ja eine schöne Frage  Ich erlebe mich als offen und stets sehr neugierig auf das, was das Leben bringt – zum Beispiel auch auf jede einzelne meiner Kursteilnehmer/innen. Ich genieße es, in der Natur zu sein und unter einem Baum zu sitzen, den Wolken im Himmel zuzuschauen. Ich bin dankbar für die vielen Facetten, die das Leben mit sich bringt – und wenn das Leben manchmal anders kommt, als ich es mir ausdenke, weiß ich, dass ich gut daran tue, einen Schritt zurückzutreten, und diese Dankbarkeit in mir wieder aufzuwecken.

Was bedeutet Yoga im allgemeinen für Dich?

Für mich gibt es eigentlich nur einen Yoga, ganz im Sinn der alten Yogaschriften – einen Zustand, in dem mein Denken stiller wird, in dem ich die lebendige Stille spüre, die unter meinen Gedanken und Gefühlen immer da ist. Die verschiedenen Yogastile sind wie Türen, die mich auf unterschiedlichen Wegen in diesen Zustand hineinführen.

Und Yin und Yang Yoga insbesondere? Was genau ist darunter zu verstehen?

Yin ist die Qualität des Loslassens, es bedeutet, dass ich mich annehme, so wie ich bin. Diese Einstellung überträgt sich ganz oft von der Yogamatte ins Leben. Yang ist eher zielgerichtet orientiert – also zum Beispiel die Armmuskulatur zu trainieren, um länger im Handstand verweilen zu können. Jenseits der Aktivierung des Knochenstoffwechsels, die damit einher geht, muss das aus meiner Sicht nicht unbedingt ein Ausdruck von Yoga sein.

Wie viel Yin und wie viel Yang im Yoga braucht es deiner Meinung nach?

Das kommt ganz auf den Menschen an, der Yoga übt. Unsere Zeit ist ja recht schnell und hektisch geworden in vielen Bereichen, und viele Menschen sind sehr zielgerichtet orientiert. Wenn wir das Gefühl haben, uns selbst hinterher zu laufen, tut bestimmt eine sanfte Yogapraxis gut, und in den langen Haltephasen der Yinpositionen regeneriert unser Nervensystem, und etwas in uns entspannt, wodurch Raum für Heilung entsteht. Nebenbei können sich verschiedene Inhalte unseres Denkens und Fühlens klären. Wenn wir hingegen eher lethargisch sind oder vielleicht sogar zu Faulheit neigen, halte ich durchaus auch eine aktivierende Yangpraxis, vielleicht auch nach den 5 Elementen der TCM ausgerichtet, für angezeigt.

Yin Yoga ist in letzter Zeit sehr in Mode gekommen. Wie erklärst Du dir den Trend?

Das liegt wohl an der Zeitqualität. Es ist eine immense Veränderung auf diesem Planeten fühlbar, und wir sind an diesen Prozess angeschlossen, egal, ob wir uns dessen bewusst sind, oder nicht. Wir brauchen Pausen, um uns selbst zu fühlen, um unser Zentrum zu stärken, und uns mit unserer tiefsten Wesensmitte zu verbinden, die zugleich unser aller Wesensgrund ist. Und genau dafür gibt uns die Praxis von Yin Yoga die Zeit und auch den Raum – still zu werden, zu fühlen, und nebenbei die Faszien zu dehnen und das Chi in den Meridianen zu aktivieren.

Du bist Dir auch als Buchautorin einen Namen gemacht. Häufig geht es bei dir auch um Frauen-Yoga, sanftes Yoga. Es ist gut, das mal zu betonen. Denn manchmal habe ich das Gefühl, dass auch Yoga in eine Art Leistungssport mutiert ist. Oder wie siehst Du diese Entwicklung?

Wir brauchen Yin, und wir brauchen Yang. Ich denke, dass eine Yang-betonte Yogapraxis für manche Menschen durchaus sinnvoll ist, sich auspowern und den Körper spüren. Ich meine aber auch, dass es wichtig ist, dass diese Elemente durch Yin Yoga und bewusste Tiefenentspannung (Yoga Nidra) ergänzt werden, und ich sehe, dass das mehr und mehr der Fall ist. Es geht also in Wellen…

Worauf kommt es Dir beim Yoga besonders an?

Zum einen auf die anatomisch korrekte Ausführung der Übung, und um entsprechende Hintergrundinformationen zu den energetischen Zusammenhängen. Darum, dass jede/r die Übungen so machen darf, wie es dem Körper gut tut. Sich von einem Idealbild zu lösen, wie die Haltung aussehen soll, denn Yoga ist der Weg, nicht das Ziel. Still werden. Ankommen.

Du reist einmal im Jahr für mehrere Monate nach Indien. Was inspiriert dich dort besonders für deine Arbeit als Yogalehrerin?

Ich liebe es, einzutauchen in mir vertraute Zusammenhänge von Yoga und Meditation, in Aschrams zu meditieren, und ganz einfach Zeit zu haben. Dieses Jahr bin ich zum Beispiel sehr tief in die Meditationen des Vijnana Bhairava Tantra eingetaucht, als ich in einer Hütte im Dschungel am Meer gelebt habe. Und so entstehen „nebenbei“ auch Elemente für neue Bücher

Worauf können die Teilnehmer deines Kurses sich besonders freuen?

Auf eine wunderschöne Pause vom Alltag, und auf eine Yogapraxis, deren Elemente wir bei Bedarf vertieft in den Alltag integrieren können. Auf ein Sanftes Yoga, frei von Leistungsdruck, in dem es um die Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick geht .Auf ein Vertiefen der Yogainhalte, die für jede/n einzelne/n Teilnehmer/in relevant sind – denn Wünsche sind stets willkommen.

Vielen Dank!

 

Lust, dabei zu sein?!

Hier geht’s zur Anmeldung: https://www.hotel-hubertus.de/o-yin-und-yang-im-yoga-mit-christine-ranzinger


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