• Blog HUBERTUS Alpin Lodge & Spa

    Kaum Hotel. Eher Zuhause.

16.08.2019, Kerstin Pichel

Liebes Team vom Hubertus, gerade in der heutigen Zeit wird es immer schwieriger Gäste zufrieden zu stellen. Die Latten liegen hoch, vor allem beim anspruchsvollen Publikum. Chapeau Ihr schafft das mit Bravour. Euer Hotel hat Suchtpotenzial - Danke schön und viel Kraft und Freude weiterhin viele zufriedene Gäste wünscht Euch Kerstin mehr erfahren

16.08.2019, Cornelia und Arno Gyger - Günzl

Wie immer suuuuuper unsere kleine Auszeit, wir kommen wieder. mehr erfahren

15.08.2019, Siegmund

Hubertus 'unplugged' hat mich wieder in 2 1/2 Tagen 'heruntergepudert' auf den Boden des Wesentlichen mit der Herzlichkeit und dem, was dort 'gelebt' wird. Die Herzlichekit, die Atmosphäre, die Ruhe, der Mond, das kulinarische - die Mitarbeiter! Ach einfach ALLES passt zueinander - Lieben Gruss an die, die Lieben, die hinter dem Mond leben + arbeiten... Ich komme wieder - irgendwann. mehr erfahren

Wer gibt uns das Recht?

Sonntag - 19. August 2018 - Karl Traubel - 5 Kommentar(e)

Verfasst von
Karl Traubel


Immer wieder werden wir mit Bemerkungen und Hinweisen konfrontiert, wo ich zum Kopfschütteln neige.

Der Zahn der Zeit

Stimmt unser Hubertus ist schon ein außergewöhnliches Haus. Entstanden über viele Jahrzehnte und Entwicklungen eines kleinen Berggasthauses bis hin zum jetzigen Bestand. Ein Haus mit Ecken und Kanten, teilwiese buckligen und krummen Böden, mit Absätzen, verschiedenen Raumhöhen und Ebenen.

Weiß Gott, kein Hotel welches am Reißbrett entstanden ist. Ab und an, wenn ich mit interessierten Hotelgästen meine wöchentliche Hausexkursion starte, erzähle ich von den Anfängen, hin zu dem was jetzt ist. Mit jedem Winkel, mit jedem Raum oder Stube bin ich verbunden, ich höre Stimmen und spüre die Emotionen in mir, die diese von sich geben und mir die Geschichten erzählen.

Warum schreibe ich Ihnen das? Warum nur? Weil ich immer wieder konfrontiert werde auf den einschlägigen Bewertungsplattformen, daß etwas verbesssert werden sollte, weil es aus der „Norm“ fällt. Unsere Sinne sind permanent darauf konditioniert zu bewerten, von Gut über Mittelmäßig bis schlecht. Von schön bis „wüscht“ (ein Dialektwort aus der RegionAllgäu/Bregenzerwald für „unansehnlich“). Im kulinarischen Bereich, von ausgezeichnet bis „Nicht mein Geschmack“! Und so weiter.

Ein Haus in welchem, tagein und tagaus, viele Gäste verkehren, dieser Publikumsverkehr hinterlässt „Spuren“ an Ecken und Kanten: Stets sind unsere Mitarbeiter bemüht, beflissentlich alles pikobello sauber und gepflegt zu halten. Jedoch der Zahn der Zeit nagt, auch an mir, wenn ich meine graue Kopfbedeckung anschaue. So ist zum Beipiel mit den beiden Waschschüsseln auf unseren öffentlichen WC. An diesen sehe ich tagtäglich, dass sie nicht mehr die „jüngsten“ sind. Dies hängt auch an ihrem Material zusammen. Holz, das wissen wir, fängt im laufe der Jahre an, nachzudunkeln und in einem öffentlichen Waschbecken, welches fortwährend benutzt wird,  da wird dieses dunkler, wird es unansehnlicher? Für mich ist dies in Ordnung, jedoch für den einen oder anderen, ist es der Stein des Anstosses; „Das gehört ausgetauscht, …“ Seinen Zweck er füllt es, es hat „lediglich“ Alterserscheinungen. So ist es auch mit uns Menschen in der Rolle aus Gastgeber/in als Gast, Mitarbeiter/in. Mit vielen bin ich seit unzähligen Jahren und Jahrzehnten freundschaftlich verbunden, auch an denen, sowie auch an mir, nagt der „Zahn der Zeit“. Gehören deshalb auch wir ausgetauscht, entsorgt?, verschönert? Unsummen werden in Anwendungen, medizinischen Behandlungen investiert, um dem Ideal der ewigen Schönheit nachzueifern. Trotzdem sind und bleiben wir vergängliche Wesen. Ein Stammgast, seines Zeichens Mediziner sagte mir einst; anlässlich eines Vortrages im Haus: „Im Prinzip sind wir ledigliche eine verderbliche Ware und nur ein paar Euro wert,…“

Schönheit liegt im Auge des Betrachters

So wird es auch bei uns im Haus sein, die Schönheit liegt lediglich im Blicke des Betrachters. Ursprünglich wollte ich hier in Bilder präsentieren von einem hochgezüchteten modernen Apfel, dagegen einen aus der Norm fallenden Apfel einer Streuobstwiese.
Nun wie solch ein Exemplar aussieht, sehen Sie tagtäglich in den Auslagen der Lebensmittelketten, das besondere verliert sich, oder nicht?

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sommer und eine gute Zeit!

Euer Karl Traubel

 

www.hotel-hubertus.de
HUBERTUS 1952
HUBERTUS 2018
HUBERTUS 2018

 

 

 

 

 

 

Balderschwang ca. 1920
Balderschwang 2018

 

 

 

 

 

 

 

 


5 Antworten zu “Wer gibt uns das Recht?”

  1. Hallo Karl,

    nach alledem was in den letzten Tagen über Euch hereingebrochen ist, habe ich wieder an Deinen Beitrag „der Zahn der Zeit“ gedacht. Der schreckliche Montagmorgen dieser Woche mit dem Lawinenabgang hat uns allen gezeigt, wie schnell der „Zahn der Zeit“ zusammen mit den Naturgewalten nagen kann.

    Nach allem was Ihr und Eure vielen Helfer in den letzten Tagen geleistet haben, um Euer wunderbares Haus mit allen liebenswerten Kanten, Ecken und krummen Böden dem Schnee wieder zu entreißen, habe ich nur einen Wunsch an Euch.

    Lasst bitte alle Ecken, Kanten und krummen Böden und ändert daran nichts, denn so wie Ihr und Euer Team Gastfreundschaft in dieser wunderbaren Umgebung lebt ist einmalig.

    Wir wünschen Euch und all euren Helfern ganz viel Kraft, Energie und Glück für die kommenden sicher nicht leichten Wochen und freuen uns schon jetzt darauf, Euch und Euer wunderbares Team schnellstmöglich wieder besuchen zu dürfen.

    Herzlichste Grüße aus dem Odenwald
    Heike und Thomas

  2. Als ich das erste Mal im Hubertus war, hatte ich eine Wellnessoase gesucht. Über das Internet fand ich hier her. Vom ersten Moment an fühlte ich mich irritiert wohl. Irritiert, weil das Hubertus nicht den uniformen 5*****Häusern entspricht. Mit jedem Wiederkommen habe ich verstanden, warum es so besonders ist. Seine Individualität erlaubt mir, meine Zeit ganz nach meinen Bedürfnissen zu gestalten; immer finde ich ein Plätzchen zum gut Sein. Ganz wesentlich tragen dazu die familiären Gastgeber und die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Vielleicht erkennt man den Wert eines solchen Hauses erst als „Graukopf“.

  3. Lieber Karl,

    Deine Zeilen und Deine Empörung lese ich mit Verständnis und auf der anderen Seite mit schmunzelnden Lippen.
    Ich verstehe sehr – sehr gut was Du meinst, ähnlich beobachtend erging es mir bei meinen letzten Aufenthalten im HUBERTUS.
    Nun – das ist ein „selbst-gemachtes“ Problem und kommt nicht von irgendwoher … was mit dem neueren Publikum (Gäste) die Ihr nach Eurem Umbau und Änderung in der Preisgestaltung angezogen habt.
    Nichts passiert einfach sooooo …. aus sich heraus von alleine, dazu braucht es „Erschaffer“.

    Herzliche Grüße von mir nach Balderschwang und ich wünsche Euch ein paar gemütliche Weihnachtstage
    Kathleen

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