• Blog HUBERTUS Alpin Lodge & Spa

    Kaum Hotel. Eher Zuhause.

28.05.2017, Meike Martinez

Das Hubertus war ein Glücksgriff für mich. Hier kann man so wunderbar entspannten ! Der Wohlfühl-und Relaxmodus beginnt, wenn man die Berge sieht und das Hotel betritt. Soviel Herzlichkeit, das wundervolle Ambiente egal wohin man schaut, das tolle Essen, die sehr freundlichen Mitarbeiter, das alles zusammen lässt mich immer wieder kommen. Die AUSZEIT für 2018 ist schon fast gebucht! mehr erfahren

28.05.2017, Claudia Kreuter

Das Hubertus ist eine Wohlfühl-Oase auf 1044 Meter. Wir war das erste Mal hier und es hat unsere Erwartungen mehr als übertroffen. Vielen Dank für die einzigartige Gastfreundschaft an Familie Traubl und Team - wir kommen wieder und werden Sie auf jeden Fall weiterempfehlen! mehr erfahren

26.05.2017, Ursula Weller

Ankommen, abschalten, den Alltag hinter sich lassen, das gelingt im Hubertus zu 100% . Bei unserem 3. Aufenthalt konnten wir 4 Freundinnen wieder neue Energie tanken beim Aktivprogramm, im Spa, und sehr gutem Essen, in Ihrem wunderschönen Hotel. Ausgiebige Wanderungen rundeten unseren Aufenthalt ab.Hier bewahrheitet sich der Leitsatz, LUST auf LEBEN, wir werden bestimmt wiederkommen. mehr erfahren

Nimm mich mit!

Freitag - 5. Mai 2017 - Karl Traubel - 8 Kommentar(e)

Verfasst von
Karl Traubel


Nimm mich mit! Nimm mich mit!

… schrien wir aus lautem Halse, wenn früher ein Flugzeug über unser Tal flog. Früher. Das waren so die wilden Sechziger. Als Hippies die Welt eroberten. Und Jimi Hendrix und Janis Joplin auf dem Woodstock-Festival Massen bewegten. Weltweit. Mit einer Ausnahme: Balderschwang.
Da war es ruhig. Sehr ruhig sogar. In manchen Monaten kam am Vormittag der Postbote. Als Highlight des Tages. Danach war es wieder ruhig.
Früher – das war die Zeit, als noch stunden- und tagelang Schafkopf, Mensch ärgere Dich nicht, Monopoly usw. gespielt wurde. Früher – das war die Zeit, als die Musik von schwarzen runden Scheiben gehört wurde. Aufgelegt auf einem großen Gerät namens Grammophon. Die Stones, Beatles und Bee Gees hörten auch wir in diesem Bergdorf. Unsere Verbindung zur restlichen, „modernen“ Welt. Und die Pilzköpfe auf unseren Köpfen waren Ausdruck, dass auch wir dabei sein wollten. Die „Alten“ schüttelten darüber nur die Köpfe.
Früher – das war die Zeit, als die Autos noch Formen und Kurven hatten. Und das Tal eine Enklave war, zugänglich nur über Österreich, um ins Mutterland zu kommen. Der Broterwerb war teils legal, teils illegal. Es ging ums Überleben. Später, mit dem Bau der Passstraße, kam Mobilität ins Tal, Erleichterung. Denn die schikanösen Kontrollen der Gendarmen fielen endlich weg.

Und heute…?

Ist Bewegung in der Luft, weit oben in der Prioritätenliste steht unsere Mobilität. Auch heute sehen wir den Postboten noch. Jetzt aber täglich, vollbepackt und meist in Eile. Der “Alte“ wurde noch Kochdeckellupfer genannt, da er immer wusste, was wo gekocht wurde. Dementsprechend rundlich war auch sein Erscheinungsbild. Und informierte uns über die wichtigsten Ereignisse im Tag – bei Speis und Trank.

Die „Gesellschaftsspiele“ haben sich geändert. Von 3 – 88 Uhr sitzen die Gäste in der Lobby und klotzen begeistert nichtssagend in kleine rechteckige Geräte. Oftmals lange Zeit, fast bewegungslos. Wie sehr freue ich mich, wenn ich jemanden mit einem dicken literarischen Werk in der Lobby tief versunken sitzen sehe.

Heute sehen die Autos fast alle gleich aus, die PS-Zahl ist weit jenseits des 2-stelligen Bereiches aus früheren Generationen. Der Pass wurde perfekt und sicher ausgebaut, man cruist durch die Alpenwelt und führt die PS-starken Audi, BMW, Mercedes, Porsche o.ä. aus. Der fitte Oldtimer-Chauffeur öffnet sein Dach und genießt die frische Allgäuer Bergluft (und die Abgase seines Vorderen) aus dem noch ohne Katalysator gefilterten 911er, BJ 1954. Der Mountainbike-Fahrer hechelt, wenn er den Abzweig für die genussvolle Naturstrecke im schattigen Wald verpasst hat, nebenher.

Der Broterwerb der Talbevölkerung ist dem Mammon Tourismus zu nahezu 100 Prozent gewichen. Hier heißt es aufzupassen, dass der Gang auf diesem Grad des „Fremdenverkehrs“ nicht in die verkehrte Talseite biegt und abstürzt. Eine Brücke am Scheitelpunkt des Riedbergpasses mit 48 Tonnen Belastbarkeit, eine Tunnelverbreiterung, damit ja zwei Busse aneinander gut vorpassen, für all das gibt es EU- oder Landesfördergelder. Jedoch was ist der Preis dafür?

Lass mich da, würde ich gerne schreien…

Denn: braucht es nicht in dieser stressigen Zeit auch Orte der Rückkehr und der Ruhe? Orte, an denen die Natur im Vordergrund steht, weit weg von verpesteter Luft, Gestank und Abgasen der Ballungsgebiete? Muss man nicht schon allein aufgrund der Tatsache, dass das Hochtal mitten im Naturpark Nagelfluh liegt, hier drastisch gegensteuern, um Natur und Mensch zu erhalten und zu schützen?

Dies sind meine Gedanken. Zum immer höher und weiter. Zur Übererschließung der Täler der Alpen, inklusivem meinem. Und zu einer Gegenbewegung. Hin zur Achtsamkeit. Zum Om-Line-Sein.

  • Ausblick am Stillberg

8 Antworten zu “Nimm mich mit!”

  1. Geschätzter Karl
    gut beobachtet, einfühlsam geschrieben und die Nägel (nicht nur die der Nagelfluh) auf den Kopf getroffen.
    Ich wünsche mir und euch, dass wir noch oft nach Balderschwang und die ruhige Umgebung zu euch fahren können, um richtiggehend „well-being“, wie es neudeutsch heisst, zu er-leben.

    mit Gruss aus der Schweiz

  2. Schöner Blog von Ihnen. Wie schnell sich alles ändert. Vor ein paar Jahren noch begleitete ich Holzfäller im Winterwald bei Balderschwang. Romantisch anzusehen und zu fotografieren waren die Holzzieher, als sie vollbeladen eine Fuhre Baumstämme zu Tal zogen. Unromantisch für die Holzfäller, weil das für sie eine extrem harte Arbeit war. Traditionelle Arbeiten verschwinden immer mehr und damit auch die Identität einer Region. Was zählt ist Effizienz und Profit. Erst später merkt man was alles unwiederbringlich verloren wurde.

  3. Hallo Karl,
    Danke für Deine Gedanken es gibt viele Menschen die in Wirklichkeit die Ruhe und Zufriedenheit in der Stille suchen. Sie sollten den Mut haben in all diesem neuen Anzuhalten -Innezuhalten. Zu Wertschätzen und um das Alte Schöne mit dem Neuen zu verbinden.
    Denn nur der Augenblick ist es , der Zählt.
    Dieser Augenblick kann ich immer wieder im Hubertus spüren und mir Bewusst erlauben.
    Solange Du wachsam mit deinen Gedanken umgehst hat die Welt eine Chance. Ich wünsche vielen euren Gästen das Sie diesen besonderen Moment bei euch erleben.
    Ein treuer Gast Ursula Eser

  4. Hallo Karl,
    Schön Deine Worte.
    Als Obermaiselsteinerin weiss ich genau,
    wie ruhig und abgelegen Balderschwang damals war. In meiner Jugend war es nur
    im Winter ‚wild und losgelassen‘ doch mit der Schneeschmelze kehrte die Ruhe wieder ins Tal.
    Orte wie Balderschwang wird es wohl immer weniger geben. Um so mehr müssen wir schauen, dass wir unsere Region schätzen und schützen und bei allem Tun auf Nachhaltigkeit prüfen.
    Ganz lieben Gruss
    Claudia

  5. Herr Traubel,

    Sie haben völlig Recht. In einer immer schneller werdenden Welt, muss man auch mal innehalten können.

    Die Bilder aus der Anfangszeit des Hubertus sehen beeindruckend aus und zeugen von gelebter Tradition.

    Vielen Dank für den historischen Einblick.

    Liebe Grüße,

    M. Heinen

  6. Lieber Herr Traubel,
    wie wohltuend die Zeilen sind und man spürt ein innerliches nicken und grinsen…..wie wahr…
    Die Sehnsucht in Balderschwang zu sein, das Hotel Hubertus, von mir als Akkuladestation benannt, rückt immer wieder ein gesünderes Bewusstsein in den Vordergrund. Dennoch hat die Menschheit verlernt, Prioritäten zu setzen, das jetzt und hier zu genießen und die alles bestimmende Technik einmal abzuschalten. Wie schön es doch sein kann, Mensch ärgere Dich, Monopoly, Phase 10 etc. zu spielen.
    Hoffe, diese „heile Welt“ erhält die Wertschätzung und die technischen, strukturellen Aufrüstungen halten sich in Grenzen. Der menschliche Eingriff in „Alles“ ist schon unglaublich. Immer mehr, schneller, besser…
    Freue mich auf meine nächste Auszeit in den wertgeschätzen Bergen …

  7. Lieber Karl,

    Du sprichst mir aus dem Herzen!

    ich bin froh, dass wir gleich „ticken“ und wir beide, jeder auf seine Art die Gäste eures Hauses immer wieder dahin bringen können, dass sie mal einen Moment ihren Autopiloten ausschalten und das Hier und Jetzt in Balderschwang genießen!

    Vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Gedanken!
    Doris Iding

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