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Arbeiten, wo andere Urlaub machen und trotzdem entspannt bleiben. Karl Traubel im Interview

Dienstag - 26. März 2013 - Doris Iding - 0 Kommentar(e)

Verfasst von
Doris Iding


Karl Traubel wohnt dort, wo gestresste Menschen Urlaub machen. Dessen ist er sich bewusst und genießt dieses Privileg sehr. Wie entspannend es ist, so eine grandiose Natur vor der Haustüre zu haben, sieht man dem Hotelier an. Und seine work-life-balance ist nachahmenswert.

Doris Iding: Du kommst gerade von der Langlaufloipe zurück und siehst richtig erholt aus. Ein idealer Standort für einen „Arbeitsplatz“, oder?

Karl Traubel: Unsere Gäste fragen mich oft, wie ich das schaffe, den ganzen Tag, von der Früh bis tief in der Nacht im Hotel zu sein, ohne erschöpft zu wirken. Meine Antwort darauf ist, dass mir die Natur sehr viel gibt. Ich versuche jeden Tag raus zu gehen. Jetzt, wo die Tage wieder länger werden, gehe ich oft auch abends noch einmal auf die Langlaufloipe, um dort noch einmal etwas zu Sauerstoff tanken. Draußen merke ich dann auch richtig, wie mein Kopf wieder frei wird. Selbst wenn es stürmt oder schneit, bin ich genauso gerne draußen, wie wenn es traumhaft schön ist! Ich genieße den Blick in die Ferne, in die Weite. Das sind für mich Momente, aus denen ich unglaublich viel Kraft schöpfe. Danach fühle ich mich immer sauwohl. Wenn ich das nicht habe, bin ich müde und leer. Dann hätte ich auch längst nicht mehr die Kraft und die Energie, das Hotel zu führen zu all die Aufgaben zu bewerkstelligen.

Doris Iding: Du gehst ja nach wie vor viel mit den Gästen auf die Wanderungen und Touren. Wie geht es den Gästen? Können sie ihren Alltag schnell hinter sich lassen?

Karl Traubel: Ich versuche immer, eine bewusste Einstimmung auf die Natur herzustellen. Manchmal aus der Geschichte heraus, dass wir alle nur für einen kurzen Moment hier sind. Es gibt oben ein Felsmassiv, das vor 150 Millionen Jahren noch auf der Höhe von Afrika war. Das ist ziemlich lange her! Wenn ich im Gegensatz dazu bedenke, wie wichtig wir uns oft nehmen mit unserem Tun und Gehabe und was wir alles darstellen wollen! Dann versuche ich meinen Gästen immer zu vermitteln, wie vergänglich wir doch sind bei der Betrachtung dieser göttlichen Natur. Manche sind dafür nicht zu begeistern. Die konsumieren die Natur hier bloß. Aber andere wiederum steigen darauf ein. Es ist der Großteil, der dann sagt: Ja da hast Du Recht!“ Vor zwei Tagen haben sich nur zwei Personen angemeldet für die Schneeschuhwanderung, normalerweise sind das so 10-15 Personen. Es war ein Ehepaar. Ich habe ich zu dem Mann gesagt: „Jetzt lassen wir mal deine Frau vorgehen, soweit bis wir sie nicht mehr sehen und dann gehst du weiter.“ Wir hatten dann alle drei wirklich das Gefühl, alleine in der Natur zu sein mit der Natur. Und gleichzeitig hatten wir durch die Schneeschuhspuren die Gewissheit, nicht alleine zu sein. Wir konnten der Stille zuhören, das das Gluckern vom Bach, den eigenen Atem und das Knirschen vom eigenen Schneeschuh hören. Das war schon etwas Besonderes! Ich freue mich immer, wenn ich den Gästen so ein paar Minuten oder Stunden geben kann, in denen sie sagen: „Das war ein tolles Erlebnis!“ Zu diesen Menschen hat man danach auch einen anderen Bezug. So ein Erlebnis in der Natur hat etwas Verbindendes.

 

Doris Iding: Gab es ein ganz einschneidendes Erlebnis in der Natur mit Gästen?

Karl Traubel: Einschneidende Momente gibt es immer besonders vom Frühjahr bis zum Spätherbst. Da machen wir unsere Sonnenaufgangstouren. Wenn das Wetter schön ist, fahren wir erst hoch mit dem Bus, dann steigen die Gäste aus dem Bus aus. Dann sieht man schon am Horizont, dass es wird heller wird. Für mich ist es in solchen Momenten immer wieder erstaunlich zu sehen, welchen Stress Gäste mitbringen, um ja oben zu sein, bevor die Sonne aufgegangen ist. Ich sage ihnen dann, dass sie ganz bewusst langsam laufen sollen. Aber manche sind so im Stress, laufen los und merken aber schnell, dass ihre Grenzen kommen. Dann schnaufen sie und atmen. (lacht). Ob ich die Sonne oben auf dem Berg erreiche oder ein Stück weiter unten, juckt die Sonne nicht! Ihr ist es egal, wo ich stehe. Dass wird den Gästen dann auch immer wieder bewusst und dann halten sie inne. Die Stimmung der verschiedenen Farben beim Erwachen des Tages ist dann aber schon etwas ganz besonderes. Erst das Dunkle, dann violett und zum Schluss leuchten das Blau des Morgens auf. Das sind schon besondere Momente. Auf dem Rückweg machen wir dann immer eine Einkehr bei den Bergmenschen. Diese Menschen leben wirklich mit dem Rhythmus des Tages, mit den Tieren. Das hat noch einmal eine ganz andere Wertigkeit. Oft kommen dann Fragen von Gästen, die sich gar nicht vorstellen können, dass man so leben kann, ohne Laptop und im Rhythmus der Natur und dabei sogar glücklich ist.

Doris Iding: Hast du eine Lieblingsjahreszeit?

Karl Traubel: Ich werde das immer wieder gefragt. Aber meine Antwort lautet: Nein! Ich liebe es, in kurzen Hosen barfuß übers Moor zu gehen und bei den Käsereien einzukehren und Brotzeit zu machen. Das ist etwas Schönes. Aber ich liebe den Herbst genauso, wenn es den klaren Blick über die Berge hat oder es im Winter einschneit. Die Winterlandschaft hat oft so etwas Jungfräuliches, so etwas Weiches. Aber auch die Kraft des Frühlings, wenn man sieht, dass der Schnee geht und die jungen Blumen durchkommen und man das erste Grün durchscheinen sieht. Ich liebe das alles! Ich liebe auch den Regen. Je schlechter das Wetter draußen ist, desto besser ist oft die Stimmung der Menschen, wenn man mit ihnen rausgeht. Denn dann nimmt man gemeinsam diese Unwirklichkeit wahr, geht durch den Regen, freut sich über einen Unterstand, eine Hütte und dann wieder heimzukommen.

Doris Iding: Gab es auch für Gäste solch einschneidende Erlebnisse? Sieht man zum Beispiel, dass jemand vollkommen gestresst angekommen ist, dann aber ganz entspannt gefahren ist?

Karl Traubel: Das kann ich bei vielen Gästen sehen. Viele sagen, dass sie hier ins Hotel kommen und das Gefühl haben, zu einem Kraftort zu kommen. Vor einigen Tagen sagte mir  ein Gast aus England: „This place is a magic point“. Gerade heute Mittag ist ein Ehepaar abgereist, das mir gesagt hat, dass ihnen noch nie ein Urlaub länger vorkam, als er tatsächlich war.

Doris Iding: Auf was können sich die Gäste im kommenden Frühjahr freuen? Gerade so in der Natur. Gibt es da besondere Sachen, die du mit den Gästen vorhast.

Karl Traubel: Das Schöne am Frühjahr ist, dass auch die Sonne wieder Kraft kriegt, man hört dieses Gluckern der Bäche und die Gräben, die wieder aufmachen. Die vielen Blumen. Das alles hat eine ganz besondere Wirkung, es hier zu erleben. Denn auch für uns ist das ein Kraftort, der sich im Frühling wieder aufs Neue entfaltet.


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