• Blog HUBERTUS Alpin Lodge & Spa

    Kaum Hotel. Eher Zuhause.

19.07.2017, Hans-Martin Billing

+++ Gastfreundschaft ist, wenn man als Gast seine Seele baumeln lassen kann +++ mehr erfahren

17.07.2017, Katharina Schwab

ein Wohlfühlort zu 100%, so viel Aufmerksamkeit, Herzlichkeit findet man nicht oft. wir hatten vier wundervolle Tage in Balderschwang. wir kommen gerne und ganz sicher wieder mehr erfahren

16.07.2017, Margarete Steeb

Ein einzigartiges Wohlfühl-Ambiente! Alles wurde mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Die Menüauswahl, die Zubereitung und der Geschmack waren hervorragend. Vielen Dank für die erlebnisreichen Tage! mehr erfahren

60 Jahre Hubertus Erinnerungen – Teil I

Donnerstag - 26. Mai 2011 - Doris Iding - 0 Kommentar(e)

Verfasst von
Doris Iding


Dorf alt
Dorf alt
Balderschwang 1950
Balderschwang 1950
Balderschwang anno ?
Balderschwang anno ?
Das Hubertus 1951

In diesem Jahr erlebt das Hubertus Alpin Logde & Spa seinen 60. Geburtstag.

Eine stolze Leistung, wenn man bedenkt, wie viel Veränderungen hier stattgefunden haben.

Eines Tages sitze ich mit Karl Traubel zusammen, der mit in einem gemütlichen Ambiente viel über sein Haus, seine Familie und sein Leben erzählt:

Der Weg zum heutigen Hotel Hubertus war zum immer eng mit den Entwicklungen im Ort Balderschwang verbunden. Gleichzeitig aber hätte der Ort ohne das Hubertus und die Familie Traubel wohl einen anderen Weg eingeschlagen.

Spricht Karl über den Traum seines Vaters, nämlich den ein eigenes Unternehmen führen zu wollen, erkenne ich in seinen Augen immer wieder den gleichen Traum. Stolz erzählt er mir, dass seine Großeltern schon Erfahrung in der Gastronomie gehabt haben. Schließlich führten sie eine Gaststätte in München. Danach übernahmen sie in Lenggries den Gasthof Post, zu einer Zeit, als die Postkutsche noch das Tal befuhr. In Oberstdorf leiteten sie dann den Gasthof Hirsch äußerst erfolgreich. Karl Vater lernte in Oberstdorf auch seine künftige Frau kennen. Auf der Suche nach einer Bleibe hatten ihnen drei Objekte zur Wahl gestanden, wobei sie sich für das Haus in Balderschwang entschieden haben. Das Hubertus.

Richtig zu erklären wäre diese Entscheidung nur mit der visionären Vorstellungskraft des Vaters, so Karl. Denn zu jener Zeit war Balderschwang ein Strafposten für Pfarrer und Lehrer gewesen. Balderschwang war als solcher interessant gewesen, weil es eine Enklave war. Ohne direkte Verbindung zu Deutschland direkt an der Grenze zu Österreich. Ohne die Passstraße habe man acht Uhr abends den Schlagbaum heruntergemacht und erst Tags darauf um acht Uhr morgens, wieder geöffnet.

Kommt man nun als Fremder, also nicht nur als Gast, nach Balderschwang, so habe man ein schweres Leben. Karl weiß das vor allem vom Vater. Der wurde oft als Rinngschmeckter bezeichnet, also als Reingeschmeckter. Will ein Rinngschmeckter ein Geschäft aufbauen wären schon Ellenbogen da, und als Karls Vater sein erstes Geschäft eröffnen wollte, wären schon ausreichend Ellenbogen dagewesen. Erklären ließe es sich vielleicht durch die Mentalität der Balderschwanger. Karl hat dabei immer ein leichtes Schmunzeln auf den Lippen.  Etwas ganz Besonderes ist dieser Flecken Erde, so weiß Karl zu berichten, und die Menschen sind es eben auch.

Traum und Wirklichkeit; Traumhafte Wirklichkeit

Der eigentliche Plan des Vaters war es, nach fünf Jahren wieder ins Tal zurückzukehren. Ständig habe er seiner Frau gesagt, ja versprochen, dass sie etwas Geschäfte machen wollten, um dann wieder zurückzugehen. Doch jedes bisschen Geld, das sie verdienten, wurde in das alte Haus gesteckt. Und mit jeder Investition wurde die Bindung an das Haus und an den Ort mit seinen besonderen Menschen größer.

Die Investitionen waren jedoch hart verdientes Geld. In den 1950er Jahren kamen oft die ersten Wintergäste erst im Februar. Und da es keine Anbindung gab, stiegen sie mit Skiern auf. Auch wenn die damalige durchschnittliche Aufenthaltszeit mit 14 Tagen viel höher war als heute, hieß es: Wenn ein Kunde ausfällt, fehlt mehr, als wenn heute ein Kunde absagt.

Als die Entscheidung fiel, dass eine Passstraße gebaut werden sollte, waren die Familie auch nicht ganz untätig. Der Vater war damals Teil des Gemeinerates, und die Gäste des Hubertus durch den einsetzenden Fremdenverkehr, hatten einen Einfluss auf die Entscheidung.

Passstraße und neuer Schwung

Die Passstraße wäre etwas Gutes für das ganze Tal gewesen. Endlich wäre der wichtige Anschluss an das Mutterland geschaffen. Nicht nur geographisch, sondern auch geistig. Zu Anfangs nicht asphaltiert und mit vielen Ausweichstellen, zog die Mautstraße erste Ausflügler an. Pro Auto und Kopf musste man eine Mark bezahlen, um die Straße befahren zu dürfen. Die Fahrten ins Blaue wären etwas Positives für das Gasthaus Hubertus gewesen und hätten dabei geholfen das Haus weiter auszubauen und attraktiver zu machen. Nicht nur für Tagesgäste, sondern auch für längere Aufenthalte.

So habe das Haus in den 1950er Jahren nur 15 Zimmer gehabt, und alle ohne Dusche und WC auf dem Zimmer. Da Traubel sen. ein guter Koch, sowie ein ausgebildeter Metzger war, waren die Gaststätte sowie die Metzgerei die ertragreicheren Einkommensquellen des frühen Hubertus. An die Metzgerei angeschlossen waren auch noch ein kleiner Kramerladen und eine Bäckerei.

Eine richtige Metzgerei mit Schlachtraum wurde 1960 gebaut. Vorher hatte man die Essensreste verfüttert. „verwertet“ würde man heute sagen. Der Vater von Karl war bekannt für seine Fleisch-  und Wurstspezialitäten.

Mit dem Anbau der Metzgerei wurde auch der Wohnraum vergrößert. Hier war besonders wegweisend der Bau zweier Ferienappartements von 60 Quadratmeter. Eine Größe mit der  eine Familie gemütlich Urlaub machen konnte. Ja, so verging die Zeit und das Hubertus wuchs und wuchs und konnte zu jener  Zeit konnte schon zwischen 50 und 60 Gäste verwöhnen.
(Teil 2 erscheint am 02. Juni; dem Geburtstag unseres Vaters.)


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